25 Prozent mehr Ausbeute, weil einer genau hingehört hat
Rafik Bouhajra, 44, gelernter Elektro- und Kommunikationstechniker, vier Kinder, seit 2018 Anlagenführer in unserer Walztechnik. An seinem Arbeitsplatz werden Metallfolien gewalzt, ohne die weltweit kein Röntgengerät funktionieren würde.
Die Foliendicke liegt bei Werten, die man am ehesten mit der Haut einer Seifenblase vergleichen kann: Abweichungen im Mikrometerbereich, für kein Auge sichtbar, reichen aus, um eine komplette Charge unbrauchbar zu machen.
Bei solchen Folien gibt es kein "passt schon". Entweder die Toleranz stimmt, oder das Material ist Ausschuss.
Was Bouhajra aufgefallen ist
Bouhajra kennt seine Anlage seit acht Jahren. Er hört, wenn etwas anders klingt als sonst, auch wenn die Anzeigen nichts Auffälliges melden. Über mehrere Wochen beobachtete er, wie die Maschine auf Schwankungen im Walzprozess reagiert, und kam zu dem Schluss: die Nachregelung könnte schneller laufen. Die Werte lagen innerhalb der Spezifikation, es gab keinen Alarm. Aber Bouhajra hatte den Eindruck, dass sich die Reaktionszeit der Anlage durch eine Anpassung bestimmter Regelungsparameter spürbar verkürzen ließe.
Er reichte einen entsprechenden Verbesserungsvorschlag ein.
Was daraus wurde
Und dann passierte etwas, das die Geschichte besonders macht: Bouhajra übernahm anschließend selbst die Projektleitung für die Umsetzung. Er koordinierte die Parameteränderungen, fuhr die Testläufe, dokumentierte die Ergebnisse. Am Ende standen rund 25 Prozent mehr verwertbare Produktion bei genau diesen Hochleistungsfolien für den Medizinsektor. Wer mit ultradünnen Metallfolien arbeitet, weiß, was diese Zahl bedeutet; jedes einzelne Prozent ist bei solchen Materialien schwer erkämpft, weil die Physik in diesem Dickenbereich kaum Spielraum lässt.
Das Unternehmen hat Bouhajra dafür mit einer Sonderprämie ausgezeichnet.
Stimmen aus der Produktion
Bouhajra selbst sagt: „Ich freue mich, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem alle Ihre Initiative, Ideen und Erfahrung einbringen können. Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter – besonders dank unseres familiären Miteinanders. Es ist schön zu erleben, dass wir auf allen Ebenen frei kommunizieren können und wertschätzendes Feedback erhalten."
Produktionsleiter Georg Phlipsen sieht das ähnlich: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion leisten einen wertvollen Beitrag, indem sie ihre Erfahrung und Beobachtungen aus der täglichen Praxis einbringen. Diese Beteiligung ist sehr wichtig, weil sie die stetige Optimierung unserer Prozesse unterstützt und zeigt, dass Verbesserungen gemeinsam entstehen. Für die Produktion ist dieses Engagement ein wichtiger Faktor, um auch künftig erfolgreich zu sein."
EppsteinFOILS investiert gerade rund eine Million Euro in die Modernisierung seiner Walzanlagen, unter anderem in neue Steuerungen und optische Messtechnik. Bouhajras Verbesserung zeigt, dass neben solchen Investitionen in die Hardware die Erfahrung einzelner Anlagenführer einen messbaren Unterschied machen kann. Gerade bei einem Unternehmen, das seinen Maschinenpark seit über 170 Jahren weitgehend in Eigenregie entwickelt und wartet.