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Rund eine Million Euro für unsere Walzanlagen – Was hinter der Modernisierung steckt

Wir investieren in die Zukunft unserer Fertigung: zwei Walzanlagen bekommen neue Steuerung, neue Messtechnik und ein Sicherheitskonzept auf dem neuesten Stand der Technik.

Wenn man bei uns durch die Produktion geht, fällt einem vielleicht nicht sofort auf, was sich gerade verändert. Die Walzgerüste stehen, wo sie immer standen. Die Maschinenbetten – tonnenschwer, massiv und für eine sehr lange Lebensdauer gebaut – bleiben, wo sie sind. Und trotzdem steckt in diesem Moment rund eine Million Euro in der Modernisierung zweier unserer Walzanlagen. Was sich ändert, ist alles, was diese Maschinen steuert, überwacht und absichert.

Neues Gehirn für bewährte Muskeln

Man kann sich eine Walzanlage wie einen Körper vorstellen: Das Maschinenbett und das Walzgerüst sind das Skelett – stabil, langlebig, grundsolide. Aber Steuerung, Sensorik und Sicherheitstechnik? Das ist das Nervensystem. Und genau wie ein Nervensystem muss es mit der Zeit gehen, damit der Körper leistungsfähig bleibt.

Im aktuellen Projekt erneuern wir die kompletten Funktionseinheiten unserer beiden Anlagen, während die bewährte mechanische Basis erhalten bleibt. Das heißt konkret: eine neue Anlagensteuerung, die schneller und präziser regelt. Ein modernes optisches Messsystem für die Dickenmessung, das die bisherige radiometrische Technik ablöst. Und eine Maschinensicherheit, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

Von der Strahlenquelle zum Lichtstrahl

Ein Detail verdient besondere Aufmerksamkeit: der Wechsel von der radiometrischen zur optischen Dickenmessung. Bisher wurde die Foliendicke während des Walzens mithilfe einer radioaktiven Strahlenquelle gemessen – ein seit Jahrzehnten bewährtes Verfahren, das aber mit entsprechenden Auflagen für Strahlenschutz, Genehmigungen und regelmäßige Prüfungen verbunden ist. Das neue optische System misst berührungsfrei und kommt ohne radioaktive Quellen aus, bei mindestens gleichwertiger Messgenauigkeit. Für uns bedeutet das nicht nur weniger regulatorischen Aufwand, sondern auch mehr Flexibilität im Produktionsalltag.

Warum wir unsere Maschinen selbst bauen

Wer sich fragt, warum wir nicht einfach zwei neue Walzanlagen kaufen, dem sei gesagt: So einfach ist das bei uns nicht. Wir entwickeln und warten einen Großteil unserer Maschinen in Eigenregie. Das hat seinen Grund. Unsere Produkte – ultradünne Metall- und Verbundfolien für Branchen wie Medizintechnik, Elektronik oder Photovoltaik – stellen Anforderungen, die kein Standardwalzwerk von der Stange erfüllt. Also haben wir über Jahrzehnte unser eigenes Prozess-Know-how aufgebaut und in maßgeschneiderte Anlagen übersetzt. Wer diese Anlagen versteht, versteht auch, warum wir sie lieber modernisieren als ersetzen: Die mechanische Basis ist auf Langlebigkeit ausgelegt, und das in sie eingeflossene Wissen lässt sich nicht einfach nachkaufen.

Tradition und Innovation – kein Widerspruch

Investitionen dieser Größenordnung sind für ein mittelständisches Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitenden keine Selbstverständlichkeit. Aber sie sind notwendig, wenn man auch in Zukunft Folien in einer Qualität fertigen will, die unsere Kunden weltweit von uns erwarten. Mehr als 80 Prozent unserer Produktion gehen in den Export – da ist Präzision kein Bonus, sondern Pflicht.

Unser Geschäftsführer Dr. Marco Holst fasst die Philosophie dahinter so zusammen: „Diese Philosophie reflektiert unsere Rolle als ein ‚Unikum' in der deutschen Industrielandschaft: traditionelle Materialien und Produktionsverfahren, gestützt auf vorausschauendes Denken und innovative Prozesse. Die aktuelle, signifikante Investition in unseren Maschinenpark macht uns wieder ein Stück zukunftsfähiger."

Was das für unsere Kunden bedeutet

Am Ende dieser Modernisierung werden zwei Walzanlagen stehen, die mechanisch so robust sind wie eh und je – aber mit einer Steuerung und Messtechnik arbeiten, die dem neuesten Stand entspricht. Das Ergebnis: höhere Effizienz, noch engere Toleranzen und ein weiterer Schritt in Richtung einer Fertigung, die auch in den kommenden Jahrzehnten höchsten Ansprüchen genügt.

Denn genau das ist unser Anspruch bei EppsteinFOILS: über 170 Jahre Erfahrung mit Metallfolien – und dabei nie stehen bleiben.